Flusskultur Radreisen

Elbe- und Europaradweg R1

Radrundreise „Anhaltische Residenzstädte"

[160 Kilometer]

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Schloss390
Schloss Bernburg an der Saale

Die Geschichte des anhaltischen Fürstentums umfasst mehr als neun Jahrhunderte. Sie reicht vom Aufstieg der Askanier im 11. Jahrhundert über die erste Erwähnung als Fürstentum im Jahre 1212 und die Entstehung der Teilfürstentümer bis zur Eingliederung in das 1946 gegründete Land Sachsen-Anhalt. Große Teile der Historie Anhalts werden heute in den Stadt- und Regionalmuseen anschaulich präsentiert. Aber nicht nur die Museen spiegeln die Bedeutung des anhaltischen Hauses wider. Die Herrscher des Fürstentums Anhalt haben in den vergangenen Jahrhunderten in unterschiedlichem Maße Einfluss auf die deutsche und europäische Geschichte genommen. Die Zeugnisse ihres Wirkens manifestieren sich bis heute in mächtigen Burgen, prunkvollen Schlössern und romantischen Parks.

Dessau ist der Ausgangspunkt unserer Tour durch die Anhaltischen Residenzstädte. Im Verlauf des 15. Jahrhunderts erwählten die Fürsten Dessau als feste Residenz. Die erste kulturelle Blüte erlebte die Stadt im 16. Jahrhundert als prächtige Renaissancebauten entstanden, von denen nur noch der Westflügel des Schlosses, der Johannbau, geblieben ist.

In der Bachstadt Köthen lädt die in den vergangenen Jahren sanierte schmucke Innenstadt zum Verweilen ein. Im Ludwigsbau des Schlosses kann neben einer Ausstellung über das Schaffen des Hofkapellmeisters Johann Sebastian Bach, der in Köthen die Brandenburgischen Konzerte komponierte, auch eine Sammlung über das Wirken der Fruchtbringenden Gesellschaft besichtigt werden.

Die Stadt Bernburg überrascht mit ihrem von einem echten Bären bewachten Renaissanceschloss, das hoch über der Saale thront. Das Museum im Schloss beherbergt mehrere Dauerausstellungen, von denen eine die historische Bedeutung des Fürsten Christian I. zu Anhalt-Bernburg zeigt. Im romanischen Kellergewölbe des Schlosses werden 70 mittelalterliche Folterwerkzeuge mit historischen Abbildungen gezeigt. Auch Till Eulenspiegel soll der Legende nach in Bernburg sein Unwesen getrieben haben, weswegen der Bergfried heute Eulenspiegelturm genannt wird.

Im tausendjährigen Zerbst sind die fast vollständig erhaltene mittelalterliche Stadtmauer, das Francisceum und das Katharina-Museum, das der russischen Zarin Katharina der Großen, einer anhaltischen Prinzessin, gewidmet ist, einen Besuch wert. Zerbst besaß im 16. Jahrhundert eine der ersten deutschen Universitäten, das Gymnasium illustre, das 1582 als Landesuniversität zur Ausbildung von reformierten Theologen und Staatsbeamten gegründet wurde.

Das wunderschön an der Elbe gelegene Coswig überzeugt nicht nur durch seine traumhafte Lage, sondern besitzt auch herausragende historische Bauwerke. Zu ihnen zählen die 1150 erstmals erwähnte Kirche Sankt Nicolai, das ehemalige Augustiner-Nonnenkloster aus dem 13. Jahrhundert und das im 17. Jahrhundert im Renaissancestil erbaute Schloss.

Das einzigartige Gartenreich Dessau-Wörlitz wurde von der UNESCO im Jahr 2000 in die Welterbeliste aufgenommen. Die Anlagen sind ein Ergebnis der vom Geist der Aufklärung und des Humanismus bestimmten Reformbemühungen des Fürsten Leopold III. Friedrich Franz von Anhalt-Dessau. Auf 142 Quadratkilometer sind bis heute Schlösser, Landhäuser, Kirchen, Tempel, Wallwachhäuser sowie differenziert gestaltete Gärten in die urwüchsige Auenlandschaft an Elbe und Mulde eingeflochten. Das klassizistische Schloss Luisium mit dem englischen Garten, das Rokokoensemble Mosigkau, der Landschaftspark Großkühnau und das Georgium, in dessen Schloss sich die Anhaltische Gemäldegalerie befindet, verleihen der Stadt ein fürstliches Flair. Sie bilden eine Einheit mit dem barocken Stadt-, Schloss- und Parkensemble Oranienbaum und dem bedeutendsten Teil des Gartenreiches, den Wörlitzer Anlagen.

1. Tag:

Individuelle Anreise nach Dessau

2. Tag: Dessau – Köthen (ca. 30 km)

Start in der Bauhausstadt Dessau ist das Museum für Stadtgeschichte, das eine Ausstellung über berühmte Persönlichkeiten Dessaus und der anhaltischen Landesgeschichte beherbergt. Über Reppichau, dem Geburtsort des Verfassers des Sachsenspiegels, Eike von Repgow, erreichen Sie auf dem Europaradweg R1 die Bachstadt Köthen

3. Tag: Köthen – Bernburg (ca. 25 km)

In Köthen empfehlen wir Ihnen einen Besuch der Bachgedenkstätten im Schloss. Johann Sebastian Bach wirkte hier sechs Jahre als Hofkapellmeister. Weiter fahren Sie über den Europa-Radweg R1 in das wunderschön an der Saale gelegene Bernburg.

4. Tag: Bernburg – Zerbst (ca. 45 km)

Eine Besichtigung des Renaissanceschlosses Bernburg, traumhaft über der Saale gelegen, ist sehr empfehlenswert. Über den Saale-Radweg erreichen Sie die Mündung der Saale in die Elbe. Dabei queren Sie zweimal mit Hilfe von Gierfähren Saale und Elbe. Ziel der Etappe ist Zerbst.

5. Tag: Zerbst – Coswig – Wörlitz (ca. 40 km)

Entlang des Vorflämings und der Elbe ist Ihr erstes Etappenziel die kleine Elbestadt Coswig. Eine Gierfähre setzt Sie auf die andere Elbeseite über. Dort lädt ein Restaurant zur Rast mit herrlichem Blick auf Elbe und Coswig ein. Weiter geht es nach Wörlitz, wo ein Spaziergang durch die zum Welterbe gehörenden Parkanlagen ein bezaubernder „Pflichttermin” ist.

6. Tag: Wörlitz – Dessau (ca. 20 km)

Auf einem der attraktivsten Radwege Sachsen-Anhalts, der Gartenreichtour Fürst Franz, erreichen Sie die Bauhausstadt Dessau. Auf dem Weg bieten sich zwei kurze Abstecher zur Barockstadt Oranienbaum sowie zum Schloss Luisium, in Dessau-Waldersee gelegen, an.

7. Tag:

Individuelle Heimreise ab Dessau