Flusskultur Radreisen

Der Luther-Pilgerweg
Radrundreise „Auf den Spuren von Martin Luther”
[325 Kilometer]

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Marktplatz in der Lutherstadt Eisleben

Das Leben und Wirken des Reformators Martin Luther ist eng mit dem Bundesland Sachsen-Anhalt verknüpft. Seit dem Jahr 2008 gibt es ganz offiziell den etwa 410 Kilometer langen Lutherweg in Sachsen-Anhalt. Der Pilgerweg verbindet 34 Stationen in 20 Kommunen von der Lutherstadt Wittenberg bis in den Mansfelder Raum miteinander. Alle Stationen haben eines gemeinsam: Sie erinnern an den Rebellen und Reformator Luther.

Darüber hinaus besitzt der Weg aber nicht nur eine spirituelle Qualität, sondern erfüllt auch alle Kriterien, die kultur- und naturinteressierte Radwanderer an einer Route schätzen. Deshalb haben wir eine Radrundreise entwickelt, auf der man Luthers Spuren folgt, zugleich aber auch in die beeindruckende Historie Mitteldeutschlands eintaucht und dabei UNESCO Welterbe und Natur pur präsentiert bekommt.

Die Rundreise verbindet die geschichtsträchtigen Städte Wittenberg, Wiege der Reformation; Dessau-Roßlau, Ort der Aufklärung und der Moderne; Köthen (Anhalt), Sitz der Fruchtbringenden Gesellschaft; die einstige anhaltische Residenz Bernburg; den Geburts- und Sterbeort Luthers, Eisleben; die Universitätsstadt Halle (Saale) und die Renaissancestadt Torgau miteinander. Dabei fahren Sie auf gut ausgebauten Radwegen unter anderem durch eine einmalige Auenlandschaft im UNESCO-Biosphärenreservat entlang von Elbe, Saale und Mulde.

Sie erwartet eine vielseitige Tour durch eine reizvolle Landschaft, verbunden mit der Möglichkeit Natur und Kultur zu genießen und natürlich die Geschichte Martin Luthers an Originalschauplätzen hautnah zu erleben.

1. Tag:

Individuelle Anreise in die Lutherstadt Wittenberg

2. Tag: Lutherstadt Wittenberg – Dessau-Roßlau (ca. 40 km)

Am Nachmittag radeln Sie auf dem Elberadweg über die Parkstadt Wörlitz in die ehemalige anhaltische Residenzstadt Dessau. Auf diesem Weg erwartet Sie eine kleine Zeit- und Weltreise, denn Sie passieren das einzigartige Gartenreich Dessau-Wörlitz, das nach dem aufklärerischen Gedanken „Bildung durch Anschauung“ um 1800 entstanden ist. Auf 142 Quadratkilometer sind bis heute Schlösser, Landhäuser, Kirchen, Tempel, Wallwachhäuser sowie differenziert gestaltete Gärten in die urwüchsige Auenlandschaft an Elbe und Mulde eingeflochten, deren Vorbilder weltweit zu finden sind. Das Gartenreich wurde von der UNESCO im Jahr 2000 in die Welterbeliste aufgenommen. Weiter geht es nach Dessau, wo 1925 das im Jahr 1919 gegründete „Staatliche Bauhaus Weimar” nach seiner politischen Vertreibung eine neue Heimstätte fand. Schon 1926 wurde das von Walter Gropius entworfene Bauhausgebäude eingeweiht. Es gilt bis heute als wegweisendes Beispiel moderner Baukunst im frühen 20. Jahrhundert. Zeitgleich wurden die Meisterhäuser für die Familien Gropius, Moholy-Nagy, Feininger, Muche, Schlemmer, Kandinsky und Klee errichtet. Sowohl das Bauhausgebäude, heute Sitz der Stiftung Bauhaus Dessau, als auch die Meisterhäuser stehen für Besucher offen.

3. Tag: Dessau-Roßlau – Bernburg (ca. 55 km)

Bevor es auf dem Elberadweg weiter in Richtung Bernburg geht, kann auch in Dessau dem Wirken Luthers nachgespürt werden; beispielsweise im Johannbau. In dem Renaissance-Flügel des ehemaligen Residenzschlosses zeigt eine Ausstellung die Geschichte Anhalts. Dort werden nicht nur Porträts aus der Cranach-Werkstatt von Luther und Melanchthon präsentiert, sondern auch vom anhaltischen Fürsten Georg III. Der Freund Luthers trug maßgeblich dazu bei, dass die Reformation in Anhalt eingeführt wurde. In der St.-Johannis-Kirche, die eigens für die zuziehenden Lutheraner um 1700 errichtet wurde, erwartet den Gast ein Drei-Tafel-Gemälde aus der Cranach-Werkstatt.

Über den Elberadweg erreichen Sie die am 1927 vom damaligen Freistaat Anhalt gegründete Anhaltische Gemäldegalerie im Dessauer Schloss Georgium, die die größte Sammlung alter Malerei in Sachsen-Anhalt umfasst, darunter auch Arbeiten aus der Cranach-Werkstatt. Direkt an der Elbe lädt das im Bauhausstil erbaute Restaurant Kornhaus zu einer Rast ein. Weiter geht es zum Dessauer Schloss Mosigkau, einem der letzten weitgehend erhaltenen Rokokoensembles Mitteldeutschlands. Von hier aus ist es nicht weit nach Reppichau, dem Geburtsort des Verfassers des Sachsenspiegels, Eike von Repgow, dem ersten deutschen Rechtsbuch. Über den Europaradweg R1 erreichen Sie die Stadt Köthen.

In der Bachstadt Köthen lädt die in den vergangenen Jahren sanierte schmucke Innenstadt zum Verweilen ein. Mitten auf dem Markt steht die 1518 vollendete St.-Jakobs-Kirche, die bereits 1533 lutherisch wurde. Im Ludwigsbau des Schlosses kann neben einer Ausstellung über das Schaffen des Hofkapellmeisters Johann Sebastian Bach, der in Köthen die Brandenburgischen Konzerte komponierte, auch eine Sammlung über das Wirken der Fruchtbringenden Gesellschaft, der ersten Sprachgesellschaft in Deutschland, besichtigt werden.

Weiter fahren Sie über den Europaradweg R1 in das wunderschön an der Saale gelegene Bernburg, wo die dritte Etappe endet.

4. Tag Bernburg – Lutherstadt Eisleben (ca. 60 km)

Die Stadt Bernburg überrascht mit ihrem von einem echten Bären bewachten Renaissanceschloss, das hoch über der Saale thront. Das Museum im Schloss beherbergt mehrere Dauerausstellungen. Zu sehen sind unter anderem eine der ältesten und wertvollsten Ausgaben von Luthers Werken sowie Originalreliefs protestantischer Fürsten. In der Anfang des 13. Jahrhunderts erstmals erwähnten St.-Marien-Kirche führte Fürst Wolfgang von Anhalt-Bernburg schon 1525 die Reformation ein.

Über den Saale-Radwanderweg erreichen Sie Wettin, wo Sie mit der Fähre nach Zaschwitz übersetzen. Von dort aus geht es Richtung Süßer See direkt zur Lutherstadt Eisleben. Der Geburts- und Sterbeort Luthers gehört zu den ältesten Städten zwischen Harz und Elbe. Luthers Geburtshaus, das Sterbehaus, die Taufkirche St. Petri-Pauli, die St. Annenkirche und die St. Andreaskirche am Markt zählen zu den bedeutendsten Stätten, die mit dem Leben und Wirken des Reformators eng verbunden sind. Wer viel Zeit mitbringt kann auch einen Abstecher nach Mansfeld machen. Martin Luther verbrachte dort seine Kindheit. Neben einem kleinen Museum laden die Reste des Stammschlosses der Mansfelder Grafen und die spätgotische Schlosskirche zum Besuch ein.

5. Tag: Lutherstadt Eisleben – Halle (Saale) (ca. 35 km)

Ziel der heutigen Etappe ist die Universitätsstadt Halle, die vor mehr als eintausend Jahren als Salinestadt gegründet wurde. Sie erreichen Halle über den Saale-Harz-Radweg. Der Weg führt Sie nochmals vorbei am Süßen See, der zum Baden, Segeln, Surfen und Angeln einlädt. Am Süßen See und seiner Umgebung tangiert der Saale-Harz-Radweg die Weinstraße Mansfelder Seen. Diese Weinregion stellt einen Ausläufer des nördlichsten deutschen Weinanbaugebietes Saale-Unstrut dar.

Die Stadt Halle hält zahlreiche Sehenswürdigkeiten und ein reichhaltiges Kulturangebot bereit. Sie beherbergt die älteste und die jüngste Burg an der Saale, Burg Giebichenstein und die Moritzburg. Die Stadtsilhouette wird durch die beiden Turmpaare der Marktkirche Unser lieben Frauen geprägt. Aus zwei mittelalterlichen Kirchen hatte der Gegenspieler Luthers, Kardinal Albrecht, das Gotteshaus bauen lassen. Am Karfreitag 1541 hielt Luthers Mitstreiter, Justus Jonas, hier die erste evangelische Predigt. Unbedingt besuchen sollte man je nach Passion auch das Halloren- und Salinemuseum, das Geburtshaus Händels (Musikzentrum) oder das Landesmuseum für Vorgeschichte Sachsen-Anhalt mit dem Original der mehr als 7.000 Jahre alten Himmelsscheibe aus Nebra.

6. Tag: Halle (Saale) – Torgau (ca. 70 km)

Auftakt der heutigen Tagestour ist eine halbstündige Bahnfahrt nach Bitterfeld. Das einst als dreckigste Industrieregion Europas verrufene Gebiet um Bitterfeld-Wolfen hat sich in den letzten Jahren zu einer naturnahen Vorzeigeregion gemausert. Von dort aus erreichen Sie über den Muldental-Radweg Bad Düben. Weiter geht es durch den Naturpark Dübener Heide, unter anderem entlang des Naturschutzgebietes Presseler Heidewald- und Moorgebiet, in die Renaissancestadt Torgau.

7. Tag: Torgau – Lutherstadt Wittenberg (ca. 65 km)

Die einstige kurfürstliche Residenzstadt Torgau besitzt einen nahezu vollständig erhaltenen historischen Stadtkern. Besonders sehenswert ist das Schloss Hartenfels mit dem Großen Wendelstein, einer freitragenden Wendeltreppe. Aber auch die Schlosskirche, die 1544 von Luther geweiht wurde, sowie die Stadtkirche, in der die Frau Luthers, Katharina von Bora, beerdigt wurde, sind einen Besuch wert.

Vorbei an den Städten Pretzsch und Elster führt Sie diese Etappe entlang der Elbe wieder zurück an Ihren Ausgangsort in die Lutherstadt Wittenberg.

8. Tag: Individuelle Heimreise ab Lutherstadt Wittenberg

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Reisetermine

  • Ganzjährig frei wählbar

Leistungen

  • 8 Tage / 7 Nächte Übernachtungen inkl. Frühstück in überwiegend zentral gelegenen Hotels und Gasthöfen der Kategorie *** und/oder ****
  • Gepäcktransport von Hotel zu Hotel (ab 2 Personen)
  • Pro Zimmer umfangreiches Karten- und Informationsmaterial mit Routenbeschreibung
  • Individuelle Beratung und Betreuung
  • 24-Stunden-Telefonservice während der Reise

Preis

  • Übernachtung im Doppelzimmer mit Dusche und WC ab 525,00 Euro pro Person
  • Zuschlag für Einzelzimmer 125,00 Euro

Optionen

  • Verlängerungsnächte

Extras

  • PKW-Parkplatz in Lutherstadt Wittenberg auf Anfrage
  • Leihrad 60,00 Euro
  • Gruppenermäßigungen auf Anfrage

Tipps

  • Bauhausfest in Dessau am 04.09.2010
  • Luthers Hochzeit – Stadtfest Wittenberg vom 11. – 13.06.2010

An- und Abreise

Ausgangspunkt für An- und Abreise ist die Lutherstadt Wittenberg. Sie liegt nahe der A 9 und ist in ca. einer Autostunde oder eineinhalb Stunden mit der Bahn über das ICE-Netz der DB von Berlin aus zu erreichen.

Streckencharakteristik

Die Radwege weisen mit Ausnahme des Abschnittes von Wettin nach Eisleben keine nennenswerten Höhenunterschiede auf. Die Wege sind überwiegend gut ausgebaut und durchgängig ausgeschildert.